Winning Poker - Flop - Raises am Flop

Aces and Chips Viel wurde schon besprochen was das Thema Flop angeht. Ihr solltet jetzt ein grundlegendes Verständnis haben wie stark eure Hand am Flop ist und ob es sich lohnt weiterzuspielen. Ob man folden soll oder nicht ist oft leicht zu erkennen, auch wenn es manchmal schwer fällt sich von einer Hand zu trennen. Etwas kniffliger scheint es für viele zu sein den richtigen Zeitpunkt für einen Raise zu finden. Und darum geht es in diesem Artikel.

Es gibt zwei Gründe am Flop einen Raise zu machen. Der erste ist das man Value von schwächeren Händen haben will und der zweite ist ein Bluff. Über Bluffs wurde ja schon ein bisschen beim Thema Semi-Bluffs geredet.
Ein purer Bluff-Raise ist recht einfach: Man hat eine Hand die keinen Wert hat, schaut sich an was im Flop liegt und was der Gegner wohl haben könnte. Wenn alles passt dann kann man einen Bluff-Raise machen und den Pot direkt gewinnen. Mit ein wenig Übung erkennt an solche Gelegenheiten gut, jedoch sollte man das nicht übertreiben. Am Anfang eurer Poker-Karriere solltet ihr einfach auf die meisten Bluffs verzichten und “for value” spielen.
Dieser Artikel soll sich vielmehr auf den Value-Raise beschränken. Einiges davon ist wohl eine Art Wiederholung, aber das sollte nicht schaden. Es gibt ein paar Gründe warum man einen Value-Raise machen sollte. Diese werden im Folgenden näher beschrieben.

Protection

Dazu gab es ja schon einiges an Strategie. Das Prinzip ändert sich hier nicht: Bietet das Board Draws und sehr ihr die Möglichkeit, dass euer Gegner euch aus-drawen kann, dann solltet ihr das Geld in die Mitte bringen solange ihr vorn seid. Wichtig dafür sind Gegner die viel mit Draws callen und selten loslassen können. Das Board sollte dafür natürlich einige Draws bieten. Ihr werdet wohl die meisten Raises machen auf einem Flop auf dem mindestens eine Hand einen Draw hält.

Gegner mag seine Hand

In dieser Situation kommt es auf den Gegner an. Es gibt, vor allem auf den niedrigen Limits, viele Gegner die selbst ein mittelmäßiges Paar nicht loslassen können. Sollte das der Fall sein und ihr habt eine Hand die es damit locker aufnehmen kann, dann rein mit dem Geld. Normalerweise spielen solche Leute jedoch passiv, weshalb ihr wohl eher bei einem Maniac so ein Spiel sehen werdet. Typisches Beispiel ist eine Donk-Bet in den PFA am Flop und ein Call von jedem Raise mit any Pair.
Dann gibt es jedoch auch noch die tighten Gegner, welche meist nur mit sehr guten Händen raisen. Hier heißt es aufpassen. Habt ihr ein sehr starkes Overpair oder etwas vergleichbar Starkes, dann könnt ihr damit ruhig nocheinmal raisen. Die typische Situation sieht wohl so aus:

Ihr haltet 5 :heart: , 6 :spade: und der Flop bietet 4 :diamond: , 7 :spade: , 8 :club: . Somit habt ihr die Straight und die bestmöglichste Hand. Ihr bettet jetzt normal in Größe eurer C-Bet und bekommt von einem recht tighten Spieler einen Raise. Sollte man jetzt callen oder nochmal raisen?

Die Antwort ist einfach: It depends. ;) Wenn Preflop meist nur gecallt wird, dann haben solche Spieler oft ein Pocket Pair. Er sitzt hier also auf einem Bluff oder Set. Vielleicht auch ein kleines Overpair wie 99 oder TT. Manchmal wird auch nur JJ+ Preflop nur gecallt. Mit dem Read kann man problemlos raisen. Bluffs werden eh meist aufgegeben, aus 99 ist kaum Value zu holen und andere Hände gehen meist leicht broke. Zudem riskiert man keine Scarecard wie ein A, das den Gegner vertreiben könnte.

Falscher Bluff

Ein Move den ich bei aggressiven Gegnern sehr mag ist ein Raise der aussieht als könnte es ein Bluff sein. Dafür muss der Spieler schon recht aggressiv sein und natürlich zuerst betten. Wenn man dann klein raist, so wird dies oft als Schwäche erkannt. Nun kann folgendes passieren: man bekommt einen Push, meist von viel schlechteren Händen und kann callen, oder der Gegner callt und der Pot am Turn ist schön groß. In beiden Fällen gewinnt man.
Von Vorteil ist, wenn der Flop einige Draws bietet die man allerdings selber nicht fürchten muss (weil man evtl. schon ein Full House hat oder selber einen Draw zu seiner Hand zusätzlich). Denn wer auf drawy Flops klein raist wird oft auf einen Draw gesetzt was den Gegner dann dazu bringt mit einem schlechten Paar broke zu gehen. Und genau das wollen wir.

Wie groß sollte man jetzt also raisen?

Das ist die letzte Frage die diesen Artikel abschließen wird. Eigentlich ist es ganz einfach: je trockener das Board, desto weniger muss man raisen. Ich empfehle ca. das drei-fache der gegnerischen Bet. Wenn das Board einige Draws bietet und die Leute am Flop Fische sind, dann geh ich oft hart ran und bette Pot-Size. Meist kann man nicht viel falsch machen. Wichtig ist, dass man nicht zu wenig bettet weil man Angst hat den Gegner zu vertreiben. Man kenn den Grund für einen Fold beim Gegner selten und manchmal bekommt man einfach kein Value. Das muss man einfach mal hinnehmen.
Die oben angesprochenen kleinen Bluffraises können auch etwas kleiner als das drei-fache sein. Jedoch nicht viel kleiner. Auch hier ist das vom Board abhängig. Ist der Flop z.B. 4, 9, 9 dann muss man selten mehr raisen und kann oft nur das 2,5-fache raisen. Oberstes Gebot ist wie immer: Egal ob Bluff, Draw oder Made Hand, die Raise-Größe sollte sich nicht unterscheiden! Macht die Größe des Raises nur von der Boardtextur abhängig!

One Response to “Winning Poker - Flop - Raises am Flop”

  1. smarlz Says:

    Hi Kriegskeks! Finde deine Artikel echt super! Wann schreibst du mal was neues, hab schon alle durch! ^^

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