Winning Poker - Flop - Floptextur

Aces and Chips Bevor man überhaupt an irgendeine Aktion am Flop denken kann, muss man sich den Flop anschauen. Da diese Street im Poker aus 3 Karten besteht gibt sie den größten Einfluss darauf wie weitergespielt wird. Am Flop könnt ihr sehen ob eure ursprünglich gute (oder auch nicht so gute Hand) es lohnt weiterzuspielen oder nicht. Jede mögliche Kombination von Karten durchzugehen sprengt natürlich den Rahmen eines solchen Artikels. Vielmehr werde ich die groben Haupteigenschaften eines jeden Flops erläutern.

Es gibt für mich zwei sehr wichtige Eigenschaften eines Flops: dry und drawy. Ob das jetzt jeder so nennt sei mal dahin gestellt. Ich bezeichne es so und eigentlich jeder Pokerspieler weiß ungefähr was damit gemeint ist.
Weitere interessante Eigenschaften sind ein paired Board, sowie die höhe der Karten im Flop.

Wir haben also

  • dry
  • drawy
  • paired
  • high cards
  • low cards

Flops. Meistens ist es irgendeine Mischung. Indem ich hier die reinen Eigenschaften erkläre, kann sich jeder selber überlegen was alles auf die aktuelle Situation mit der man konfrontiert ist zutrifft. Dazu aber ein Beispiel am Ende.

Dry Flops

Als einen trockenen (engl. dry) Flop bezeichnet man, so wie man auch schon vermuten könnte, einen Flop auf dem nicht viele Hände eine sinnvolle Hand gemacht haben und keine Draws möglich sind. Ein kleines Beispiel:

Ein Flop auf dem es nur wenig starke Hände gibt: A :club: , 7 :heart: , 2 :spade:
Hält man selbst auf diesem Flop eine Hand wie AQ, dann ist man einfach sehr oft vorn. Einzig AK sowie Sets und Two Pairs können einen hier schlagen. Und meistens kann man anhand der Preflop-Spielweise einige Hände (wie z.B. AA hier) ausschließen.

Das gute an diesen Flops ist, dass man keine große Angst haben muss von einem Draw geschlagen zu werden. Man könnte also gegen zwei Spieler ein Hand wie ATo ruhig mal am Flop checken, da es kaum Karten gibt die man nicht sehen will und so Schwäche zeigt die Gegner mti Händen wie 99 oder A3 in der Hand behält. Man sollte sowohl beim Bluffen, als auch beim Valuebetten darauf achten, dass man nicht viele Hände repräsentieren kann.

Drawy Flops

Ein drawy Flop bietet viele Draws um sogenannte drawing Hands am Turn zu verbessern. Leute spielen gerne Hände wie 87s oder A5s. Oft weil es schön aussieht oder sie gute Erfahrungen damit gemacht haben wenn sie mal einen Flush oder eine Straight treffen. Aus diesem Grund werden auch weniger Leute auf eine Flopbet folden wenn der Flop wie folgt aussieht:

T :heart: , 8 :heart: , Q :diamond:
Auf diesem Flop kann ich fast garantieren, dass ihr bei zwei Gegner mindestens einen Call bekommt. Hier sind viele Straightdraws unterwegs, zudem kann der Gegner einen Flushdraw halten und hat mit Händen wie QJ recht gut getroffen. Two Pairs liegen auch oft in seiner Range, da die Karten dicht beieinander liegen.

Was also tun? Pauschal kann man sagen: Viel valuebetten, weniger bluffen. Eine Hand wie AQ ist hier extrem angreifbar und ihr solltet ordentlich durchbetten um von den vielen Draws Geld zu bekommen. Man will hier sicherlich keine Karten für lau vergeben. Fallen dann potentiell ungünstige Karten für euch, sollte es einfacher fallen sich von der Hand zu trennen.

Paired Boards

Liegen im Flop zwei Karten mit gleicher Wertigkeit aber unterschiedlichen Farben so ist der Flop, bzw. das Board paired. Dieses Merkmal ist dabei unabhängig von der drawy oder dry Eigenschaft.

Zwei Flops die diese Eigenschaft aufzeigen sind z.B. folgende:
5 :heart: , 5 :club: , 2 :spade: und 8 :spade: , 8 :diamond: , 9 :diamond:

Beide zeigen auf wie günstig oder ungünstig so ein Board sein kann. Während auf dem ersten Board selten jemand etwas getroffen hat, liegen die Karten auf dem zweiten schon eher in der Playing-Range der Gegner. Zudem sind Draws möglich.

Generell kann man auf paired Boards wohl eher bluffen. Ganz einfach weil die Gegner selten getroffen haben. Viele wissen das natürlich und callen oft ein paar kleine Pocket Pairs oder gar Overcards, welche man dann erst mit einer erneuten Bet raus bekommt. Im Allgemeinen sind solche Boards jedoch recht einfach zu spielen, da man die Gegner auf sehr schwache oder sehr starke Hände setzen kann und damit sehr wertvolle Informationen besitzt.

High-Card Flops

Eine weitere wichtige Eigenschaften eines Flops ist die höhe der Karten. Es gibt hohe Karten, mittlere und niedrige. Wie jeder hoch oder niedrig definiert kann wohl schwanken, ich halte mich an folgende Sachen:

Alle Karten von Jack bis Ace sind hohe Karten. Sie werden gern gespielt und vor allem schlechte Spieler können der Versuchung nicht widerstehen ein Ass Preflop zu folden. Manche spielen auch kuriose Sachen wie K2o, solche Spieler sind aber nicht ganz so häufig und auch sehr einfach zu erkennen. Q und J werden oft mit Karten gespielt die eine Straight ergeben können und haben weniger schlechte Kicker (also ihr werdet z.B. öfter QTo sehen als Q4).

Bei vielen hohen Karten ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer eurer Gegner etwas getroffen hat recht hoch. Das kann natürlich zu eurem Vorteil sein, wenn ihr selbst eine sehr starke Hand haltet und damit ordentlich ausbezahlt werdet. Je nach anderen Eigenschaften des Flops ist es für einen Gegner auch schwer ein mittleres Paar auf einem Board mit einem K weiterzuspielen. Hier kommt es darauf an zu wissen welche Karten die Leute an eurem Tisch bevorzugt spielen. Einige mögen SCs, andere können kein Ax folden.

Low-Card Flops

Kleine Karten im Flop sind eigentlich immer gut wenn man selbst nichts getroffen hat. Hierzu zähle ich alle Karten von 2 bis 6. Kombinationen mit diesen Karten werden selten gespielt, sodass keiner den Flop wirklich gut getroffen hat. Ein kleiner Nachteil daran ist, dass Leute eher mit Karten wie AT nochmal callen, weil sie sich entweder vorn sehen oder auf einen Treffer hoffen der ihnen fast immer ein gutes Paar einbringt. Gegen schlechte Spieler ist außerdem die Gefahr groß, dass sie hier eine Hand wie A4 halten und ihr kleines Paar nicht aufgeben wollen.

Wie spielt man also auf solchen Flops? Ich bette hier sehr oft (siehe nächsten Artikel Continuation-Bets), denn selbst wenn das Board einige Draws bietet, haben doch die Wenigsten getroffen. Aufpassen muss man bei Boards wie 2, 4, 5. Hier wird ein Ass viel lieber gecallt, da man ja eine Straight machen könnte.

Beispiele

Um die ganze trockene Theorie nun etwas praktischer anschaulich zu machen sind hier ein paar Beispiele.

A :spade: , 4 :heart: , 6 :heart:
Das ist ein recht typisches Board und wenn man oft starke Hände spielt hat man hier ein gutes Ass oder nicht getroffen. Das Board bietet theoretisch zwar Straightdraws, aber die Hände welche dafür notwendig sind werden selten gespielt. Wenn hier also jemand callt hat er einen Flushdraw, ein Ass (möglicherweise Two Pair) oder ein Set. Trotz des Flushdraws würde ich dieses Board also als etwas dry einstufen. Es gibt nur eine hohe Karte und 2 kleine welche oft verfehlt wurden.

Q :diamond: , J :heart: , A :club:
Diesen Flop haben sehr viele Leute getroffen. Ob sie nun Gutshots haben, Two Pairs oder gar die Straight, viele die Preflop callen haben hier etwas getroffen. Mit einer Hand wie AT ist man hier in einer schwierigen Situation. Es gibt wenigstens keinen Flushdraw, aber die Masse an Händen die hier getroffen hat sollte euch sagen dass ihr eher valuebetten solltet als zu bluffen.

T :spade: , T :club: , K :spade:
Auch dieses Board bietet trotz der zwei Zehner einige Möglichkeiten für die Gegner getroffen zu haben. Es ist sehr drawy, die T und der K liegen sehr oft in der Range des Gegners. Man bekommt hier wohl sehr einfach Hände wie 99 zum Folden, aber viele Draws callen hier weil sie hoffen dass der Aggressor eine T hält und sie gut ausbezahlt werden wenn sie denn treffen.

Fazit

Seht ihr den Flop, dann seht ihr auch welche Hände gut getroffen haben und welche nicht. Während ein Overpair wie AA auf fast jedem Flop eine solide Chance hat vorn zu sein, gibt es Hände wie JTs, AT, 77 oder dergleichen die schon gut treffen müssen. Habt ihr nicht gut getroffen, so haben auch meist die Gegner nicht viel, weshalb sich geschickte Bluffs lohnen können.
Achtet allerdings darauf nicht zuviel zu bluffen. Wenn ihr immer bettet dann merken eure Gegner, dass ihr zum Großteil einfach nichts habt. Ein paar gezielte Manöver kombiniert mit schönen Value-Bets können euch viel Geld einbringen.

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