Winning Poker - Preflop - Steals

Aces and Chips Je weiter ihr in den Limits nach oben kommt, desto hitziger wird er: der Kampf um die Blinds. Teilweise ist es harter Kampf und oft wird einfach ohne Sinn und Verstand gespielt nur weil jemand ja den Big Blind vom BU aus stehlen will. Wie ihr dennoch recht sicher und oft als Sieger aus diesem Kampf hervorgeht erläutere ich in diesem und dem nächsten Artikel, welcher sich dann mit Resteals und Defends auseinander setzt.

Wenn man in einer der folgenden Positionen ist, ist man in das Geschehen bei Steals involviert (sofern man das möchte):

  • CO
  • BU
  • SB
  • BB

Zuerst erkläre ich die verschiedenen Positionen und zum Schluss gehe ich nochmal auf ein paar allgemeine Regeln ein, z.B. was man macht wenn sich die Gegner gegen die eigenen Steals wehren.

Steals im CO

Der CO ist die erste gute Position um einen Steal anzusetzten (es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber das führt jetzt zu weit). Sollte der Button mit ins Spiel einsteigen so ist er der einzige der Postflop Position auf einen hat. Ich habe ja schon erklärt, dass man etwas mehr Hände vom CO spielen kann. Kommt man jetzt aber in eine Stealsituation (alle vor einem Folden) so kann man noch ein bisschen looser sein. Sind die Blinds und der BU nicht sehr aggressiv und loose so kann man oft SCs spielen. Auch kleinere Ax Hände sind möglich.
Ihr solltet lieber starke SCs spielen und dafür weniger schwache Asse oder gar Kombinationen mit einem König. Wie ihr nach dem Flop weiterspielen könnt ist hier enorm wichtig und der BU wird wohl häufiger mit AT euren Raise callen und euch überlegen sein als wenn ihr beide verschiedene SC Karten haltet.

Wenn jetzt allerdings ein Spieler im BU, SB oder BB mitbekommt, dass ihr oft und mit schwachen Händen raist, dann werdet ihr als Antwort wohl häufige 3-Bets oder Calls bekommen. Passt also auf, dass ihr es nicht übertreibt. Stealt oft genug um Gewinn zu machen, aber verzichtet auch manchmal auf einen Steal wenn ihr vorher sehr, sehr aktiv gewesen seid.

Steals im BU

Sitzt ihr im Button so habt ihr die beste Position überhaupt. Eure Raising-Range ist recht loose und solltet  ihr First-In sein dann könnt ihr noch ein bisschen mehr raisen. Wie beim CO gilt, dass ihr es nicht übertreiben solltet. Eure Mitspieler werden sich eventuell anpassen und ihr müsst mit Widerstand rechnen. Bei schwachen Spielern in den Blinds ist dies jedoch kein Problem.
Es ist First-In recht leicht Hände wie Axs zu spielen oder gar Sachen wie K9s. Allerdings sollte man sich am Anfang nicht übernehmen. Mehr Hände zu spielen heißt auch mehr schwere Entscheidungen zu haben und somit ist man auch der Gefahr ausgesetzt mehr Geld zu verlieren. Daher spielt erst Sachen wie 54s im BU wenn ihr schon etwas Erfahrung habt wie man Draws gut spielt und die Gegner einfach zu lesen sind.

Größter Nachteil am Button-Steal ist eigentlich nur, dass es so total offensichtlich ist. Das verleitet die Leute natürlich auch oft zu Widerstand, obwohl die Situation dafür sehr unvorteilhaft ist. Richtet euch also auf oft sinnlosen und übertriebenen Widerstand ein. Lasst euch davon aber auch nicht zu unüberlegten Sachen hinreißen. Denkt immer gründlich nach und ihr werdet die Oberhand gewinnen.

Steals im SB

Ich habe ja schonmal erwähnt, dass man bei vielen Limpern nicht zu loose raisen sollte. Bei einem Limper oder gar keinem kann man, je nach BB, schon ganz gute Steals wagen. Eure Range sollte tighter sein als am BU. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, dass der BB eine brauchbare Hand hat nicht sonderlich hoch, allerdings wird er bei einem Call Position auf euch haben. Zudem sind solche Steals genauso offensichtlich wie die vom BU aus.

Wenn der BB ein guter Spieler ist, dann haltet euch mit Steals im SB zurück. Es lohnt manchmal nicht sich mit einem starken Spieler anzulegen nur weil man meint er kann keine starke Hand haben. Dieser eine BB den ihr vielleicht gewinnt könnte euch sehr viel kosten wenn ihr euch mit einem aggressiven Gegner anlegt der ihn nicht aufgeben will.
Gegen Fische jedoch könnt ihr raisen was das Zeug hält, solang ihr darauf achtet ihnen bei einem Call immer irgendwie überlegen zu sein. D.h. Hände die sich gut spielen lassen (SCs, etc.) oder Hände die stark sind (AT, KJ, etc.)

Steals im BB

Es sollte offensichtlich sein, dass man im BB nicht First-In raisen kann, dann hat man nämlich schon gewonnen. Wenn jedoch nur einer limpt oder der SB completet, dann kann man oft eine schwächere Hand als gewöhnlich raisen. Generell würde ich eher Leute die im BU limpen raisen als jemand der in UTG oder MP limpt. Solche Limps zeigen häufig schwäche und eine mittelmäßige Hand wie z.B. T8s oder dergleichen. Wenn ihr das mit beachtet dann könnt ihr den Pot häufig am Flop einsacken.
Wenn der SB completet und sonst keiner mit in der Hand ist, dann kann man sehr viel raisen. Man hat schließlich Position auf den SB und er hat Schwäche signalisiert, sonst hätte er schließlich geraist. Manche raisen in dieser Situation sehr, sehr viel, weil sie meinen der SB hat ja nur schlechte Karten. Davon rate ich jedoch ab. Mixt häufige Raises mit ein paar Checks mit schlechten Händen. Ihr könnt immerhin auch Postflop die Hand gewinnen und billiger bluffen als sonst.

Allgemeine Hinweise

  • Wenn die Gegner sich anpassen und mit 3-Bets oder Calls auf eure häufigen Steals reagieren, dann solltet ihr entweder einen Gang zurückschalten und weniger stealen, oder ihr müsst häufiger die 3-Bets callen und am Flop einen Move machen.
    Gegen 3-Bets würde ich allerdings eher folden, da die meisten Low Stakes Gegner eher callen als mit einer 3-Bet zu verteidigen. Zudem ist es nicht so ganz einfach in 3-Bet Pots erfolgreich zu spielen.
  • Seid ihr sehr aktiv was Steals angeht dann solltet ihr auchmal in einer offensichtlich guten Stealsituation folden. So zeigt ihr euren Gegnern, dass ihr auch in der Lage seid zu Folden und auch nicht alles spielt.
  • Passt auf eure Opfer auf. Sind in den Blinds sehr passive und/oder tighte Gegner ist dies gut für euch. Ihr könnt viel stealen und braucht kaum Action zu fürchten. Sind die Gegner allerdings sehr aggressiv und/oder loose, so solltet ihr eher weniger Steals machen. Es sei denn natürlich ihr seid eurem Gegner überlegen weil er andauernd Fehler macht.
  • Achtet auf die Playability einer Hand. Spielt lieber 86s als Q3s. Es gibt Hände die eignen sich gut für starke Paare und es gibt eher spekulative Hände die auf Flushs oder Straights aus sind. Wenn ihr eine Mischung aus beiden nehmt, dann habt ihr das schlechteste überhaupt, weil eure Draws nur beschränkt gut und eure Top Pair Hände eigentlich immer dominiert sind.

Im nächsten Teil wird dann die andere Seite vorgestellt. Also was macht ihr wenn ein Mitspieler versucht die Blinds zu stehlen. Mit diesem Wissen solltet ihr in der Lage zu sein eine ordentliche Offensive und Defensive aufzubauen.

2 Responses to “Winning Poker - Preflop - Steals”

  1. Pokerheuschrecke Says:

    Hi,
    ich würde mich über einen Eintrag von dir freuen, der sich dem Thema PT Stats bezieht. Dabei meine ich nicht die Begriffserklärung der einzelnen Werte, die PT erhebt, sondern welchen Einfluss sie auf das eigene Spiel, vor allem Postflop, haben.

  2. kriegskeks Says:

    Sowas werde ich eventuell in einem separaten Artikel besprechen. Diese Reihe deckt erstmal die Grundlagen ab und die Limits bis NL100 kann man auch ohne Probleme ohne PT schlagen. Direkt beobachten ist eh erstmal besser als sich nur auf Statistiken zu verlassen. ;)

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