Winning Poker - Preflop - Handauswahl
Das Thema welches ich in diesem Artikel behandeln werde ist sehr individuell und könnte wohl ein ganzes Buch füllen. Ich werde mich daher auf die wesentlichen Sachen beschränken. Jede Position am Tisch werde ich einzeln beschreiben und eine Auswahl angeben welche man mindestens spielen sollte. Sinn dieser Reihe ist schließlich die kleinen Limits zu schlagen und das geht schon mit einer recht tighten Selektion der Starthände.
Welche Positionen gibt es also:
- UTG
- MP
- CO
- BU
- SB
- BB
Nachdem die Grundlagen alle besprochen wurde, werde ich erklären wie man seine Handauswahl seinen persönlichen Bedürfnissen und den Spielern am Tisch anpasst.
UTG
Sitzt ihr in UTG so seid ihr als erstes mit einer Aktion an der Reihe. 3 Leute haben auf euch Position und können nach euch agieren. Je nachdem wie gut diese Gegner sind kann das sehr ungemütlich werden. Aus diesem Grund sollte man eine recht starke Auswahl an Händen spielen. Ich empfehle folgende:
- 22+ (also 22 und besser: 22, 33, 44, …)
- AK, AQ, AJ
- KQ
MIt solch einer Range seid ihr wohl gut abgesichert. Falls ihr euch noch unsicher fühlt, dann lasst AJ und KQ weg. Alle diese Hände solltet ihr raisen. 22 ist jetzt nicht so stark, aber damit könnt ihr am Flop gut weiterspielen. Mehr dazu jedoch dann im Kapitel über das Flop-Spiel. Wie ihr auf eine 3-Bet reagiert wird ebenfalls später erklärt.
MP
Das Spiel in MP ist ähnlich dem in UTG, ihr seid recht früh dran und noch einige Spieler sind hinter euch an der Reihe. Daher solltet ihr ähnlich tight spielen, jedoch könnt ihr ein paar mehr Hände in eure Startauswahl mit einbeziehen.
- 22+
- AK, AQ, AJ, AT
- KQ, KJs
- QJs
Problemhände hierbei sind QJ, KJ und AT, sollte man also noch unerfahren sein kann man diese erstmal weglassen. Sollte keiner geraist haben dann raist ihr wieder. Wenn UTG jedoch raist, dann empfiehlt es sich nur Hände weiterzuspielen mit denen ihr eine Chance habt einen guten Flop zu erwischen. Mit 22-99 könnt ihr gegen jeden UTG-Raise callen. TT+ könnt ihr sogar 3-betten, dazu jedoch später mehr.
Hände wie KJs, AT und AJ könnt ihr je nach Gegner problemlos folden, da die UTG-Range der meisten Leute recht stark ist und ihr oft einen schlechteren Kicker haltet. Eine Hand wie QJs kann man auch wegschmeißen, und sowas wie AJ kann man auch callen, das hängt aber sehr stark von den Gegnern am Tisch ab.
CO
Im Cutoff seid ihr in der zweitbesten Position. Nur ein Spieler ist hinter euch wenn ihr am Flop seid und ihr könnt hier wesentlich mehr Hände spielen. Sollten vor euch die Leute nur gelimpt haben oder ausgestiegen sein so solltet ihr mindestens folgende Hände raisen:
- 22+
- AK, AQ, AJ, AT
- KQ, KJ, KT
- QJ
- JT
Auch dies ist wieder sehr tight aber damit kommt ihr in wenig Schwierigkeiten. Zu dieser Range kann man noch sogenannte Suited Connectors hinzunehmen, dazu jedoch später mehr. Analog zum Spiel in MP gilt, dass ihr bei einem Raise vor euch gut überlegen müsst welche Hand ihr callt. Je nachdem wie tight oder loose der Gegner ist, solltet ihr euch anpassen! Beachtet auch wer hinter euch noch agieren kann und ob eine 3-Bet wahrscheinlich ist wenn ihr nur callt.
BU
Das Spiel im Button ist sehr actionreich. Ihr habt nach dem Flop immer Position auf jeden Gegner, daher könnt ihr also mit schwächeren Händen den Flop sehen. Das wissen allerdings auch eure Mitspieler zu einem gewissen Teil, daher werden eventuell auch die Blinds weniger gern aufgegeben (mehr dazu später im Artikel über Steals). Spielbare Hände sind:
- 22+
- AK, AQ, AJ, AT, A9
- A8, A7, A2s+
- KQ, KJ, KT
- QJ, QT
- JT
- T9
- 98s, 87s, 76s
Das ist schonmal eine ganze Menge für einen Anfänger. Wichtig hierbei: Wenn ihr raist dann könnt ihr die Range fast ohne Probleme spielen, wenn aber vor euch geraist wurde, dann foldet ohne Probleme so Hände wie A9 und QT. Nur wenn ihr schon sehr gut seid und euren Gegner kennt würde ich schwächere Hände in diesem Punkt callen.
Raist lieber als das ihr callt oder limpt! Das gilt für fast jede Position, aber am BU erst recht. Ein Limp signalisiert Schwäche und wenn der BB oder SB das merkt, dann müsst ihr oft mit einem Raise rechnen.
Seid euch auch bewusst, dass loose Gegner gerne einen Raise callen. Wenn vor euch also 2 Fische limpen, dann solltet ihr davon absehen A2s zu raisen. Lieber folden oder einmal limpen wenn die Blinds sehr passiv sind und viel raisen.
SB
Das Spiel im SB ist recht schwer. Ihr seid immer OOP nach dem Flop und deshalb solltet ihr hier nur starke Hände spielen. Die selbe Range wie UTG kommt hier zum Tragen. Wenn jedoch alle vor euch nur gefoldet haben, dann könnt ihr ruhig etwas mehr Hände raisen, je nachdem wie gern der BB seinen Blind aufgibt (mehr dazu dann beim Thema Steals). Besonders am SB ist, dass man relativ günstig den Flop sehen kann wenn alle nur limpen und der BB nicht sonderlich aggressiv ist. Daher kann man hier auch eher spekulative Hände einmal mitspielen.
Spielt im SB lieber etwas zu tight als zu loose. Bei vielen Limpern vor euch lohnt nur ein Raise wenn ihr wirklich stark seid, da ihr am Flop einen großen Pot habt und OOP seid wenn die Leute callen. Selbst Hände wie AJ kann man hier auch nur completen anstatt zu raisen.
BB
Das Spiel im BB ähnelt dem Spiel im SB. Die wichtigsten Dinge: Wenn der SB häufig versucht euren Blind zu stealen dann könnt ihr mit schwächeren Händen callen als sonst. Wurde vorher schon geraist, so sollte man wie im SB spielen und eher tight agieren. Oft bekommt man sogar eine Chance gratis den Flop zu sehen und die sollte man dann auch nutzen. Das Hauptspiel im BB ist wohl in Stealsituationen, weshalb ich jetzt nicht darauf weiter eingehe.
Generelle Anpassungen
Die von mir empfohlenen Hände sind sehr tight. Man kann zwar auf kleinen Limits damit noch gut gewinnen, da die Gegner einem keine Beachtung schenken, aber eventuell möchte man ja auch etwas mehr spielen. Mehr Action, mehr Isolation von schwachen Gegnern und mehr Geld zu gewinnen ist hierbei der Anreiz.
Wichtig: Wenn man etwas looser spielen will, dann sollte man sich langsam daran gewöhnen. Nicht total viele mittelstarke Hände auf einmal seinem Spiel hinzufügen, sondern lieber eine nach dem anderen! Viele marginale Situationen sind schwer und je mehr Fehler man in diesen macht desto mehr Geld werdet ihr verlieren.
Ohne gutes Postflop-Spiel verliert ihr als Anfänger Geld wenn ihr viele Hände spielt! Gewöhnt euch erstmal mit wenigen Händen an das SH Spiel und solltet ihr gut vorankommen, dann versucht euch an etwas mehr Händen.
Welche Hände eignen sich dafür?
Beim NL ist die sogenannte Playability von Interesse. Wie gut sich also eine Hand nach dem Flop weiterspielen lässt. Starke Hände die große Paare machen (z.B. AK) sind gut, Pocket Pairs die ein Set machen können (z.B. 55), sind auch sehr einfach zu spielen. Große Paare wie KK haben natürlich schon Preflop einen großen Vorteil. Daher ist es auch recht gefährlich Hände wie AT im BU gegen einen UTG-Raise weiterzuspielen, da ihr Gefahr lauft von einer Hand wie AQ dominiert zu sein und viel Geld verliert.
Was könnte man jetzt also noch spielen? Die Antwort lautet: Suited Connectors. Das sind Hände wie 76s mit denen man eine gute Chance auf einen Flush oder eine Straight hat. Man hofft damit am Flop 8 Outs oder mehr zu haben wenn man nicht gar ein Monster direkt am Flop trifft.
Möchte man also seine UTG-Range etwas durchmischen, so kann man etwa 87s hinzunehmen. Man bleibt damit unberechenbar und wenn die Gegner sehen wie man mit solch einer Hand gewinnt, dann werden sie auch mehr Hände gegen euch spielen und eure starken Karten ordentlich ausbezahlen.
Schwächer als Suited Connectors (SCs) sind Suited One-Gappers (SOGs) wie 97s oder 75s. Bevor man anfängt solche Hände zu spielen, sollte man sich allerdings schon ein wenig gefestigt haben und Postflop gut spielen.
Fazit
Fassen wir also nochmal alles zusammen:
- Am Anfang recht tight spielen.
- In Early Position wie UTG und MP tighter spielen als in Late Position.
- Große Paare und Hände welche starke Sachen floppen können sind mehr Wert als zufällige Hände wie Q3s.
- Raises vor einem machen die Range mit der man weiterspielt tighter.
- Hat noch niemand geraist so sollte man lieber raisen als nur zu callen.
Es gibt natürlich auch noch andere Faktoren. Der wichtigste davon ist wohl was für Spieler am Tisch sitzen und was in der Vergangenheit passiert ist. Diese Themen werden jedoch gesondert behandelt. Im Moment ist es wohl genug zu sagen, dass ihr gegen tightere Gegner auch recht tight spielen solltet und auf Monster hofft, während ihr gegen loose Spieler auch etwas mehr callen könnt und mit nicht so starken Händen zum Showdown gehen solltet.
November 13th, 2008 at 9:12
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November 13th, 2008 at 1:08
Also gegen tightere Gegner bin ich Reflop sehr viel agressiver als sonst, weil sie noch oft genug folden. Gegen loose Spieler versuche ich nur solide Hände zu spielen und nicht all zu viele Moves und Semibluffs zu machen.
Ich verstehe daher nicht, was es dir bringt gegen einen tighten Spieler tight zu spielen und gegen einen loosen losse…
November 26th, 2008 at 10:10
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