Winning Poker - Preflop - 3-Bets
Auf den niedrigen NL Limits sind 3-Bets eher nicht so von Bedeutung, bzw. recht einfach zu spielen. Je höher man aufsteigt, desto interessanter wird es jedoch. Daher wird im ersten Teil dieses Artikels besprochen wie man auf 3-Bets reagiert und wann man sie selber anwendet und im zweiten Teil werde ich kurz darauf eingehen wann man aggressiv 3-betten kann. Die Strategietipps gelten ersteinmal nur für effektive Stacks von 100 BB, wie man mit größeren Stacks arbeitet werde ich zum Schluß kurz erwähnen.
Reagieren auf 3-Bets
Wenn ihr Preflop geraist habt und plötzlich eine 3-Bet kassiert, dann ist das weiterspielen recht simpel. Zuerst müsst ihr schauen welche Hände ihr habt. Ist die Hand stark genug um den Flop zu sehen und damit den eigenen Stack zu riskieren? Klar ist: Mit Händen wie JJ-AA und AK hat man sehr starke Startkarten und kann definitiv eine 3-Bet callen. Man könnte sogar 4-betten!
Meine Empfehlung auf Limits bis inklusive NL100 ist: Spielt nur JJ+ und AK weiter, außer ihr habt spezielle Reads, dazu jedoch später mehr. Die Spieler auf den niedirgen Limits 3-betten einfach sehr selten und repräsentieren damit auch starke Hände. Das gilt natürlich nicht wenn der Gegner nur eine minimale 3-Bet macht (ihr raist auf 4 BB und er reraist euch auf 7 BB). Gegen so eine Bet kann man natürlich spekulative Hände wie 66 auch einfach callen.
Gegner 3-betten
Wurde vor euch geraist so habe ich euch im letzten Artikel geraten nur noch sehr solide Hände weiterzuspielen. Callen mit Pocket Pairs oder Suited Connectors, ja eventuell sogar mit Sachen wie AJ. Habt ihr jedoch eine starke Hand wie TT+ oder AQ und AK, so könnt ihr selber den Gegner 3-betten. Wie groß diese 3-Bet sein muss habe ich schon erklärt. Hierbei gilt noch zu bedenken was für einen Gegner ihr raist. Ein sehr tighter Spieler wird stärkere Hände raisen als ein Fisch oder Maniac. Daher kann man getrost auchmal TT nur callen, ja vielleicht sogar JJ. Gegen einen Spieler der sehr viel raist lohnt sich manchmal sogar eine 3-Bet mit AJ.
Aggressiv 3-betten
Häufige 3-Bets findet man ab NL200 ständig an den Tischen. Die Gegner werden aggressiver und looser. In gewisser Weise kann man dies auch auf den unteren Limits ausnutzen. Es wird häufig auf eine 3-Bet gefoldet und wenn nicht, gewinnt man am Flop mit einer Continuation Bet (C-Bet).
Dafür eignen sich Hände welche eher weniger dominiert sind. Eine 3-Bet wird oft mit Sachen wie AK/AQ gecallt, daher bietet es sich nicht an mit AT einen tighten Gegner zu 3-betten. Wenn dieser callt seid ihr oft in schlechter Verfassung wenn ein A im Flop liegt und er weiterspielt. 3-bettet ihr aber 87s dann sieht die Sache anders aus. Preflop gewinnt ihr eventuell schon oft genug und callt ein Gegner dochmal, dann ist es unwahrscheinlich das ihr dominiert seid. Somit habt ihr oft die maximale Anzahl an Outs.
3-Bets bei effektiven Stacks von mehr oder weniger als 100 BB
Gegen kleine Stacks sollte man auf jeden Fall keine aggressiven (loosen) 3-Bets machen. Hat ein Gegner nur 40 BB, dann wird er auch viele Hände spielen und sehr leicht All-In gehen. In so einem Fall seid ihr mit z.B. 98s ziemlich schlecht dran.
Hat euer Gegenspieler jedoch wesentlich mehr als 100 BB und ihr auch (z.B. 140 BB), dann könnt ihr etwas mehr callen falls ihr eine 3-Bet bekommt. Das hängt allerdings immernoch stark vom Gegner ab. Sicher ist jedoch, dass spekulative Hände im Wert steigen wenn ihr Position auf den Gegner habt. OOP müsst ihr mehr aufpassen. So solltet ihr z.B. nicht soviel 3-betten, da euer Gegner nun recht viel callen kann. Eine Hand wie AQ kann man bei 150 BB Stacks auch nur gut callen, da man mit einer 3-Bet oft schwächere Hände vertreibt und den Pot sehr aufbläht, während der Gegner viele spekulative Sachen callen und euch dann rausbluffen kann.
Allgemeine Tipps
- Achtet immer auf die Position.
Die Range eines Spielers ist UTG fast immer tighter als am BU. Daher überlegt euch ob eine 3-Bet gegen einen UTG angebracht ist. Man kann auch gut auf eine 3-Bet verzichten die man gegen einen CO-Spieler macht wenn selbiger in MP sitzt.
Das gilt auch wenn ihr eine 3-Bet bekommt. Wenn ihr aus UTG raist und dann ein relativ ordentlicher Spieler im BB oder SB euch 3-bettet, dann hat er oft eine sehr, sehr starke Hand. Er wird OOP sein und ihr sitzt in UTG was eure Hände schonmal sehr einschränkt. Damit brauch er einfach eine gute Hand. - Passt euch den Gegnern an.
Tighte Gegner zu 3-betten ist anders als gegen loose Maniacs zu spielen. Eine 3-Bet ist oft “for Value“, d.h. ihr glaubt eure Hand ist stärker als die des Gegners. Solche Bets könnt ihr öfter gegen loose Gegner machen. Tighte Spieler werden euch oft dominieren. Gegen solche steigt der Wert einer loosen 3-Bet, da ihr sie oft zum Folden zwingt und auch oft am Flop den Pot einsackt. - Stacks beachten.
Wie groß die Stacks sind beeinflusst die Range mit der ihr 3-betten solltet (oder callt) enorm. Denkt also lieber etwas länger nach. Leute mit weniger als 85 BB am Tisch sind oft Fische und callen viel, bzw. gehen gern All-In. Spieler mit sehr großen Stacks (200 und mehr BB), werden hingegen vorsichtiger und lassen sich evtl. nicht so leicht stacken. - Fühlt euch gut dabei.
3-bettet nicht weil ich hier sage ihr sollt AQ 3-betten. Habt ihr Grund zur Annahme, dass die Situation ein anderes Vorgehen erfordert, dann überlegt und schaut ob euer Gefühl berechtigt ist. Das Spiel in 3-Bet-Pots ist nicht gerade einfach und kann sehr viel Geld kosten. Seid ihr euch also unsicher, dann fallt lieber auf eine tighte Range von starken Pockets und AK zurück.
November 13th, 2008 at 11:05
Tolle Serie die du hier schreibst. Kurz, knackig und sehr informativ. Schaue regelmäßig hier rein. Weiter so
November 13th, 2008 at 5:20
Danke das freut mich zu hören.
November 16th, 2008 at 8:52
Kann mich Corbeta nur anschließen. Weiter so!
December 3rd, 2008 at 9:18
[...] 3-Bets [...]