Winning Poker - Allgemein - Bankroll Management
Egal wie gut man ist, wenn man nicht sorgsam mit seinem Pokergeld, auch Bankroll (BR) genannt, umgeht, dann wird man ziemlich schnell ohne einen einzigen Dollar dastehen. Deshalb beschreibe ich in diesem Abschnitt wie man das RIsiko des “Broke-Gehens” verhindert.
Bankroll Management (BRM)
Das wichtigste Werkzeug des Pokerspielers ist sein Geld. Ohne Geld geht nichts. Die Größe der Bankroll bestimmt welches Limit man spielen kann und wieviel Verlust möglich ist bis man nichts mehr hat. Beim No Limit orientiert man sich immer an der Anzahl der Stacks welche man für ein jeweiliges Limit zur Verfügung hat. Mit $1000 habe ich also 10 Stacks für NL100, aber 20 Stacks für NL50 und nur 5 Stacks für NL200.
Man steigt auf wenn man eine bestimmte Anzahl an Stacks für ein Limit hat und wieder ab wenn man die selbe Anzahl nur noch für das Limit darunter besitzt. Somit kann man sehr lange spielen und die Gefahr mit Nichts dazustehen wird reduziert.
Es gibt verschiedene Wege seine BR zu managen:
- Aggressiv
- Konservativ
- Ausgeglichen
Agressives BRM
Mit einem aggressiven BRM kann man schneller in den Limits aufsteigen und damit auch schneller zu mehr Geld kommen. Nachteil ist das man häufig auf- und absteigen muss, denn nicht immer geht es konstant nach oben auch wenn man perfekt spielt.
Was heißt das nun konkret? Aggressiv sind z.B. 15 Stacks für ein Limit. Fangt ihr mit $100 an, dann könnt ihr erstmal NL5 spielen bis ihr euch auf $150 hochgekämpft habt. Danach spielt ihr NL10 bis ihr $375 habt und steigt dann auf NL25 auf. Wichtig ist, dass ihr bei nur 15 Stacks für das niedrigere Limit wieder absteigt! Habt ihr also $500 und spielt somit NL25 fallt dann aber wieder auf $150 müsst ihr auch konsequent absteigen. Es kann schneller gehen als man denkt, daher sollte man sich strikt daran halten, sonst ist man schnell broke.
Diese Art des BRM ist vor allem für Leute interessant die schon gut Pokern können und sich auf einer Seite eine BR aufbauen wollen. Wenn man die Limits schon geschlagen hat, dann kann man so die Zeit erheblich verkürzen bis man wieder auf seinem “Stamm-Limit” ist.
Konservatives BRM
Wer sich noch nicht sicher fühlt, oder wer auf einem ungewohnt hohem Limit spielt, der mag oft das konservative BRM wählen. Auch für Leute die auf ihre Nebeneinkünfte durch Pokern angewiesen sind ist das konservative BRM die erste Wahl. Ein Nachteil ist, dass man nur langsam in den Limits nach oben steigt. Großer Vorteil ist aber, dass die vielen Swings einen nichts anhaben können und man einen Downswing einfacher verkraften kann.
Was betrachtet man als konservativ? Ich würde sagen ab 30 Stacks oder mehr für ein Limit spielt man nach einem konservativem BRM. Das ist vor allem auf Limits wie NL400 und höher wichtig. Die Gegner werden härter, dadurch sinkt die eigene Edge etwas und die Swings steigen. Damit man dies einfacher verkraften kann, sollte man sich ein gutes Polster aufbauen um nicht sofort wieder absteigen zu müssen. Für Leute die auf ihre Nebeneinkünfte zählen, oder jene die viel Respekt vor dem Geld auf diesen Limits haben ist ein BRM von mindestens 50 Stacks zu empfehlen. Damit ist man sehr sicher vor Swings, kann das Limit grinden und konstant sein zusätzliches Geld einfahren.
Wenn ihr euch also auf einem Limit wohl fühlt und nicht weiter aufsteigen wollt, dann könnt ihr mit so einem BRM einfach Geld gewinnen und alles auszahlen was über 50 Stacks ist. Das Risiko abzusteigen ist gering und sollte man doch aufsteigen wollen kann man das vorher planen und schon mit z.B. 30 Stacks des nächsten Limits einen Shot wagen.
Ausgeglichenes BRM
Für unsichere Anfänger und Leute die nicht zu risikoreich spielen wollen ist ein ausgeglichenes BRM gut. Aggressives und Konservatives BRM wird gemischt und man erhält das beste von beiden Welten mit möglichst wenigen Nachteilen. Während man noch schnell genug die Limits aufsteigen kann muss man nicht so oft absteigen und hat ein gewisses Polster, falls es doch mal schlecht läuft. Als ausgeglichen sehe ich 20-30 Stacks an. 25 Stacks haben sich dabei am besten bewährt. Gerade auf den Microlimits, die einfach zu schlagen sind, haben sich 25 Stacks für Anfänger als gut erwiesen.
Da Anfänger noch selber einige Fehler machen ist dies auf den kleinen Limits nicht so schlimm, denn die Gegner sind auch recht schlecht. Aus diesem Grund sollte man nicht zu aggressiv beim Aufsteigen in den Limits vorgehen. Mit 20-25 Stacks kann man recht gefahrenlos anfangen, aber auch hier unbedingt aufpassen und rechtzeitig absteigen. Wenn ihr z.B. viel auf NL25 gespielt habt und dann nach einer Weile doch nur noch $250 auf eurem Konto habt, so solltet ihr absteigen. Auf keinen Fall solltet ihr der Versuchung erliegen weiter NL25 zu spielen, denn 10 Stacks sind schneller weg als man glaubt. Besonders wenn man noch als Anfänger viele Fehler macht!
Meine Empfehlung
Ihr könnt auf zwei Wege anfangen
- Gratis Startkapital auf Pokerstrategy holen
- Selbst Geld einzahlen
- Hier fangt ihr mit $50 an die ihr gratis bekommt und nachdem ihr eine Weile gespielt habt erhaltet ihr noch einen $100 Bonus. Mit $50 ist man sehr beschränkt was die Limits angeht, aber z.B. auf Poker Stars gibt es NL2. Dort kann man sich zwar mit $10 einkaufen, wenn man sich aber konsequent mit nur $2 einkauft, so kann man auch hier gut mit 25 Stacks spielen.
Ein Plan kann also so aussehen:- $50 - NL2 mit $2 Buy-In
- $125 - NL5 mit $5 Buy-In
- $250 - NL10
- $625 - NL25
- $1250 - NL50
- $2500 - NL100
Das ist für Einsteiger ein guter Fahrplan und sollte man merken, dass man den Leuten über- oder unterlegen ist so kann man die Werte nach unten oder oben anpassen.
- Wer selber Geld einzahlt kann bestimmen auf welchem Limit er anfängt. Um sich mit dem Spiel zurecht zu finden, schlage ich aber vor auf NL5, maximal NL10, anzufangen. Wer viel Geld verdient dem kommen die Beträge natürlich lächerlich vor, aber das Geld ist nur Mittel zum Zweck und wer NL10 nicht schlägt, der hat auf NL100 erst recht keine Chance.
Etwas Erfahrung auf den kleinen Limits sammeln sollte also auch hier der Anfangsschritt sein, wenn man dann schon genug Geld für NL50 hat, kann man auch dort seine Karriere richtig beginnen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass dort erheblich mehr Lehrgeld bezahlt werden muss.
Haltet euch immer an euer BRM. Spielt ihr schlecht besteht zwar immernoch die Chance das ihr broke geht, aber es dauert deutlich länger. Ihr könnt also euer Spiel verbessern bevor es zu spät ist.
October 26th, 2008 at 2:54
Hab jetzt mal alles überflogen auch wenn ich natürlich wenig Neues gehört habe. Eine kleine Frage an dich: Was ist für dich jetzt das Wichtigste? Odds & Outs oder BRM? Erst war ich schon etwas verwundert, denn imo ist BRM > all. Wenn man als Anfänger das noch nicht verstanden hat, ist sowieso alles zu spät … *g*
October 27th, 2008 at 12:41
Naja BRM ist schon wichtig, aber es spielt beim erfolgreichen Pokern halt nicht die Hauptrolle. Klar kann man broke gehen, aber auch ohne BRM kann man gut spielen.
Vieles hier greift eh stark ineinander und man sollte stets einen groben Überblick über alles haben.
August 25th, 2010 at 1:39
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